Das Praktikum bei der Kriminalpolizei

Hallo Zusammen!

Aktuell befinde ich mich im HS 2.8. Dies ist das 7-wöchige Praktikum bei der Kriminalpolizei, welches fester Bestandteil unseres dualen Studiums ist.

Falls ihr denkt, ihr werdet dort ins kalte Wasser geschmissen kann ich euch sofort beruhigen. Die wesentlichen Inhalte, welche sich mit dem Thema kriminalpolizeiliches Arbeiten beschäftigen, werden euch bereits in der Theorie an der HSPV NRW, sowie im vorletzten Trainingsblock im LAFP NRW beigebracht.

Aber was genau macht man bei der „Kripo“ nun eigentlich?

Um das zu beantworten ist es erst einmal wichtig zu wissen, wie der Gang eines Strafverfahrens aussieht. Hier ein kleines und kurzes Beispiel:

Der A schlägt den B bewusstlos. Der Zeuge C wählt die 110 und eine Streifenwagenbesatzung wird zum Einsatzort entsandt, um den Sachverhalt aufzunehmen. Die uniformierten Kollegen schreiben dazu auf der Wache eine Strafanzeige wegen Körperverletzung. Die Strafanzeige wird anschließend sowohl elektronisch als auch in Papierform an das zuständige Kriminalkommissariat übergeben, welches das Delikt weiter bearbeitet.Die Kollegen von „K“ sind im Prinzip Sachbearbeiter eines Vorganges. Ziel ist es, dem Sachverhalt nachzugehen und im Fall selbst zu ermitteln, so dass man die Strafakte an die Staatsanwaltschaft übersenden kann. Am Ende eines Ermittlungsverfahrens entscheidet dann die Staatsanwaltschaft, ob sie öffentliche Anklage erheben will.

Mein aktueller Aufgabenbereich ist bestimmt durch das Vorladen und Vernehmen von Zeugen und Beschuldigten. Ich sichte Videoaufnahmen, werte Aufzeichnungen aus oder nehme auch Anzeigen auf. Ansonsten unterstütze ich die Kollegen, wo es nur geht. An Arbeit mangelt es hier auf keinen Fall. Im Durchschnitt hat ein Sachbearbeiter 100 bis 150 Vorgänge „auf dem Tisch liegen“, die bearbeitet werden wollen.

Atakans Arbeitsplatz bei der Kripo

Natürlich arbeiten wir nicht nur aus dem Büro heraus, sondern ermitteln auch zivil in der Öffentlichkeit. Anlässe dafür können beispielsweise Gefährdeansprachen bei Beschuldigten sein oder das Sicherstellen von Videoaufzeichnungen, welche für das Verfahren von großer Bedeutung sein können. Des Weiteren stehen öfter Wohnungsdurchsuchungen an.

Mein Highlight in diesem Praktikum war auf jeden Fall eine Drogenrazzia, welche in NRW und Baden-Württemberg stattfand. Insgesamt wurden zeitgleich um 06:00 Uhr 20 Objekte durch die Spezialeinheiten, Hundertschaften und uns Kriminalbeamte durchsucht.Dabei kam auch der „Survivor R“ zum Einsatz! Die Polizei fand insgesamt mehrere Dutzend Kilogramm mutmaßlicher Betäubungsmittel, illegale Waffen und circa 50.000€ Bargeld sowie eine Drogenplantage.

Atakans Arbeitsplatz bei der Kripo Foto: ©Justin Brosch

In welches Kriminalkommissariat ihr kommt, entscheidet eure Ausbildungsleitung bzw. eure Praktikumsbehörde. Theoretisch kann für euch jedes KK in Betracht kommen, sei es Tötungsdelikte, Sexualdelikte, BTM-Delikte, Betrug oder Urkundenfälschung. Auch die Kriminalwache kann es sein.Ich bin in einem Regionalkommissariat untergekommen. Wir bearbeiten in der Regel alle Straftaten, für die es kein gesondertes Kommissariat gibt.

Im K – Praktikum findet auch eine Prüfung statt. Für diese Prüfung bekommt ihr von eurer Tutorin oder Tutor bzw. Prüferin oder Prüfer einen Sachverhalt zu Händen in welchem ihr z.B. ermitteln müsst. Euch stehen dafür circa 6 Stunden Bearbeitungszeit zur Verfügung. Anschließend müsst ihr noch einen kleinen Vortrag halten. Alles ist machbar!

Abschließend kann ich sagen, dass das Praktikum sehr viel Spaß gemacht hat. Durch die vielen unterschiedlichen Vorgänge war es sehr abwechslungsreich. Die Tätigkeit im Kommissariat ist weit entfernt von monotoner Büroarbeit.

Bevor es nun an die Bachelorarbeit geht, steht noch ein allerletztes Mal die 6-wöchige Theorie mit einem Gruppengespräch und einer Posterpräsentation an der HSPV NRW an.

Bis demnächst!

Atakan

Profilbild von Atakan