2. Studienjahr, September 2019

Praktikum bei der Autobahnpolizei

Nach der Trainingsphase im LAFP war ich für 8 Wochen im Praktikum. Dieses versah ich auf der Autobahnpolizeiwache Kamen. Wer jetzt denkt, dass die Arbeit auf der Autobahn langweilig ist, den muss ich enttäuschen. Die Wochen waren sehr interessant und vielfältig.

Am ersten Tag wurden wir von unserem Wachleiter sowie den Tutoren begrüßt. Nach ein paar organisatorischen Sachen (Schlüssel- und Kartenübergabe, Spind einräumen etc.) durfte ich direkt die Spätschicht mit meinem Tutor fahren. Am Anfang waren es sehr viele neue Eindrücke. Ich habe versucht, mir möglichst viel zu merken, was am Anfang eine ziemliche Herausforderung war. Über die Wochen wurde das aber immer einfacher. Ein gutes Beispiel ist hier das Funken. Am Anfang noch völlig überfordert mit den ganzen Rufnamen, Abkürzungen und Einsatzanlässen, wurde ich schnell viel sicherer und traute mir zu, selbstständig den Funk zu übernehmen. Dasselbe galt auch für die schriftlichen Arbeiten, denn wenn man noch nie eine Anzeige geschrieben hat, erschlagen einen der Aufbau und die vielen Auswahlmöglichkeiten bei der Eingabe ganz schön. Doch auch hier wurde ich von Mal zu Mal ein Stück sicherer. Am Ende schrieb ich die meisten Anzeige auch alleine.

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Nun fragt ihr euch vielleicht, was ich in den 8 Wochen auf der BAB alles so erlebt habe?

Natürlich habe ich viele Unfälle aufgenommen - von leichtem Sachschaden bis zu Unfällen mit schwerem Personenschaden oder auch Wildunfälle. Aber auch „Liegenbleiber“ (liegengebliebene Fahrzeuge) finden sich im Alltagsgeschäft auf der Autobahn wieder. Ich fand z. B. besonders interessant, wenn wir Blutproben aufgrund von Fahren unter berauschenden Mitteln hatten. Da mein Tutor sich damit intensiv beschäftigt, kam das auch relativ häufig vor.

An 2 Tagen hatten wir einen Sondereinsatz im Rahmen Festivals in Dortmund. Wir haben eine Standkontrolle auf der B1 durchgeführt. Ich war an beiden Tagen vor Ort und durfte mit den Kollegen und Kolleginnen Fahrzeuge anhalten und kontrollieren. Das hat mir geholfen, bei den Fahrzeugkontrollen eine gewisse Routine aufzubauen und schnell an Sicherheit zu gewinnen

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Mir persönlich gefiel die Spät- und Nachtschicht am besten. Während der Spätschicht (14-22:00 Uhr) hatten wir grundsätzlich viel zu tun. Aber auch die Nachtschicht (22:00-06:00 Uhr) hat mir Spaß gemacht, auch wenn man mal Tage hatte, wo sehr wenig los war. Da ich generell nicht der Frühaufsteher bin, war die Frühschicht (06:00-14:00 Uhr) natürlich nicht mein Favorit, wobei man relativ früh zu Hause ist, da um 14:00 Uhr in der Regel Feierabend ist.

Die Zeit ging super schnell rum und es war echt schade, nach 8 Wochen Praktikum den Spind auszuräumen. Ich hatte viel Spaß bei der Arbeit auf der Autobahn, da ich endlich die Sachen aus der Theorie in der Praxis anwenden konnte. Aber vor allem auch, weil ich mit super Kollegen und Kolleginnen zusammenarbeiten durfte.

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