Im Dienst, Mai 2020

Hallo zusammen,

mittlerweile habe auch ich es geschafft! Nicht nur das dreijährige Studium verging wie im Flug, auch das erste halbe Jahr im Dienst als Polizeikommissar liegt nun hinter mir.

Die letzten Monate des Studiums waren dabei besonders spannend. Wir waren nicht nur auf die Benotung unserer geschriebenen Thesis (Bachelorarbeit) gespannt, viel mehr waren wir alle neugierig, wo wir unseren Dienst als Polizeikommissar/-kommissarin zum 01. September versehen werden.

Die Frage kann bei der Vielzahl der Studierenden jedoch nicht an einem Tag beantwortet werden.

Zunächst konnten wir Wünsche angeben, in welcher Polizeibehörde wir unseren Dienst versehen möchten. Hier in NRW gibt es 47 verschiedene Polizeibehörden und drei Landesoberbehörden, die für die Erstverwendung jedoch nicht zur Verfügung stehen. Da ich in der Nähe von Dortmund wohne, habe ich selbstverständlich gehofft, dass ich auch Teil der Polizei Dortmund werde.

Leider ist die Versetzung immer vom Bedarf der jeweiligen Polizeibehörde abhängig. Daher war ich umso glücklicher, dass bei mir der Erstwunsch Dortmund erfüllt werden konnte.

Als nächstes stellte sich die Frage, auf welcher Polizeiwache in Dortmund ich meinen Dienst versehen werde. Auch hier gibt es in den Polizeibehörden mehrere Wachen, die zur Auswahl stehen. Für das Polizeipräsidium Dortmund kommen beispielsweise neben den diversen städtischen Polizeiwachen auch Wachen der Autobahnpolizei Dortmund in Frage.

Auch hier habe ich Glück gehabt und wurde der Polizeiwache zugeteilt, welche ich im Erstwunsch angegeben habe. Noch rechtzeitig vor dem 01. September konnte ich mich so meiner neuen Dienstgruppe persönlich vorstellen.

Die Arbeit seitdem - als fertiger Polizeikommissar - ist super. Täglich profitiere ich von dem abwechslungsreichen Tagesablauf, da sich ständig neue Situationen ergeben und man so auch weiterhin stets dazulernen kann.

Die Verantwortung für mein dienstliches Handeln ist seit dem 01. September deutlich gestiegen, da ich nun natürlich ohne meinen Tutor unterwegs bin. In dieser neuen Situation muss man dem Streifenpartner voll vertrauen und sich aufeinander verlassen können. Es kann vorkommen, dass mein Streifenpartner auch noch nicht so lange mit dem Studium fertig ist. Gerade in diesen Diensten muss man stets einen kühlen Kopf bewahren und sich auf das Erlernte zurückbesinnen. Natürlich gibt es in meiner Dienstgruppe am Ende noch genügend erfahrene Kollegen und einen Dienstgruppenleiter, den ich jederzeit fragen kann.

Kevin hat das Studium erfolgreich beendet

Letztendlich wachse ich an den Herausforderungen und freue mich über alle neuen Erfahrungen, die ich im täglichen Dienst mache. So auch jetzt, in der Zeit der Corona-Pandemie. Da es in den Medien bereits das Thema Nummer 1 geworden ist, möchte ich hierüber nicht zu viele Worte verlieren. Mir hat es viel bedeutet, dass ich vor dem Ausbruch der Pandemie genügend Zeit hatte, meine Kollegen kennenzulernen. Dadurch bin ich trotz der allgemeinen Verunsicherung in der Bevölkerung umso beruhigter und weiß, dass ich mich auf alle Kollegen verlassen kann und wir alle in dieser Zeit ein gutes Team bilden.

Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Einblicken und Erfahrungen der letzten Jahre etwas für den Polizeiberuf begeistern konnte und euch die Berichte gegebenenfalls bei eurer Berufswahl weiterhelfen.

Ich kann euch definitiv sagen, dass ich meinen Berufswechsel nicht bereue. Auch wenn ich zuvor bereits knapp sieben Jahre in einem anderen Beruf tätig war und die Entscheidung für mich nicht einfach war, bin ich sehr glücklich, dass ich den Schritt gewagt habe.

Falls auch ihr vor einer ähnlichen Problematik steht, wagt den Schritt und schickt zunächst eure Bewerbung ab. Sofern ihr eine Zusage bekommt, habt ihr noch genügend Zeit nachzudenken und euch zu entscheiden, wie ihr eure Zukunft verbringen wollt.

In welchem Bereich der Polizei ich zukünftig noch arbeiten werde, steht noch offen. Das ist ja genau das Besondere! Der Beruf bleibt durch die verschiedenen Arbeitsbereiche auch zukünftig abwechslungsreich, und man kann sich stets weiterbilden.

Liebe Grüße, Kevin

Profilbild von Kevin