Hallo zusammen,

wir sind vier Studierende aus unterschiedlichen Jahrgängen im Dualen Studium bei der Polizei NRW! Hier möchten wir euch an einigen Momenten während unserer Studienzeit teilhaben lassen.

Was wir bisher alles erlebt haben? Lest selbst!

Gruppenbild

2. Studienjahr, Juli 2017

Hallo zusammen,

ich bin gerade in meinem ersten Praktikum und möchte euch von einem meiner erlebten Einsätze erzählen.

An einem Wochenende wurden wir im Nachtdienst zu einer Ruhestörung gerufen. Wegen extrem lauter Musik mit starkem Bass und Schreierei war bereits im Vorfeld ein Streifenwagen vor Ort. Die entsprechenden Kollegen haben den Wohnungsinhaber darauf hingewiesen, dass er die Party weiterführen kann, jedoch in einer angemessenen Lautstärke.

Als wir vor der entsprechenden Wohnung standen, wurde uns die Tür vom Wohnungsinhaber geöffnet. Wir haben sofort bemerkt, dass der Wohnungsinhaber und seine Gäste stark alkoholisiert waren. Die Lage schien zunächst entspannt, und wir konnten uns mit dem Wohnungsinhaber im Treppenhaus unterhalten. Wir haben ihn mehrmals aufgefordert, die Musik leiser zu stellen.

Es war bereits fast 3:00 Uhr morgens, aber der Wohnungsinhaber wollte nicht einsehen, dass seine Party zu laut ist und sich andere Leute gestört fühlen. Selbst als wir den Wohnungsinhaber darauf hingewiesen haben, dass in den anderen Wohnungen Familien mit Kindern wohnen, änderte er weder seine Meinung, noch die Lautstärke. Im Verlauf des Gesprächs wurde der Wohnungsinhaber aggressiv und er war weiterhin nicht bereit die Musik leiser zu stellen. Er kündigte an, dass er die Party auf die bisherige Weise weiterführen werde.

Da sich der Wohnungsinhaber so unkooperativ verhalten hat und andere Mittel nicht mehr in Frage kamen, haben wir beschlossen, die Party zu beenden. Die Nachtruhe der übrigen Anwohner überwiegt hier deutlich gegenüber der Partylaune des Gastgebers.

Hausbesuch

Die circa 10 Partygäste haben dies mitbekommen. Durch die angelehnte Wohnungstür konnten wir deren Gespräche hören und verstehen. Die Partygäste diskutierten darüber, wie sie die Auflösung der Party verhindern könnten.


Die vermeintlich harmlose Situation schien zu eskalieren.


An dieser Stelle haben wir über Funk kurzerhand Verstärkung angefordert. Es dauerte nur wenige Augenblicke, bis die Kollegen eintrafen und wir mit den Teams von nun insgesamt vier Streifenwagen im Treppenhaus standen.

Blaulicht

Nun lösten wir die Party auf und schickten die Partygäste nach Hause.

Auf der Straße vor der Wohnung entlud sich der Frust eines Gastes, so dass er eine Glasflasche in unsere Richtung warf. Glücklicherweise hat er dabei niemanden getroffen. Er versuchte, nach dem Wurf zu flüchten, was ihm jedoch nicht gelang, da er nach wenigen Metern von uns gestellt werden konnte.

Ich habe mich ganz bewusst dazu entschieden, euch von diesem vermeintlich unspektakulären Einsatz zu berichten, da er zeigt, dass auch einfache Einsatzsituationen unerwartete Wendungen nehmen können. Es hätte hier für uns schnell gefährlich werden können. Gleichzeitig zeigt dieser Einsatz, dass man sich auf die Kollegen im Streifendienst verlassen kann und wir nie alleine sind.

Liebe Grüße, Kevin

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