DAS DUALE
STUDIUM.

Deine Ausbildung beginnt jeweils am 1. September und dauert insgesamt drei Jahre. Du studierst an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Polizeivollzugsdienst. In einem Bachelor-Studiengang wirst du zur Polizeikommissarin oder zum Polizeikommissar ausgebildet.

Das Duale Studium besteht aus den drei Hauptsäulen Theorie, Training und Praxis, die dich bestens auf deinen Beruf vorbereiten. Bereits während des Studiums durchläufst du unterschiedlichste Übungseinheiten in unseren Trainingszentren und sammelst erste praktische Erfahrungen auf einer Polizeiwache oder in einem Kriminalkommissariat deiner Ausbildungsbehörde.

Das Land NRW ist für die Ausbildung in insgesamt 10 Einstellungs- und Ausbildungsbehörden (E.- und A.-Behörden) aufgeteilt. Zu jeder E.- und A.-Behörde gehören weitere sogenannte Kooperationsbehörden. So sind die Kreispolizeibehörden Warendorf und Steinfurt zum Beispiel Kooperationsbehörden der E.- und A.-Behörde Münster. Das bedeutet, wenn du der E.- und A.- Behörde Münster zugewiesen wirst, besucht du im Regelfall dort die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV) und wirst in den Praktika in Münster oder einer der Kooperationsbehörden eingesetzt. Das Training findet in einem der drei Ausbildungsstandorte Selm, Brühl und Schloß Holte-Stukenbrock statt.

Am jeweiligen Studienort der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung nimmst du in unterschiedlichen Fächern an Lehrveranstaltungen teil. Diese Fächer bereiten dich auf deinen Polizeialltag vor und sind für das Arbeiten „auf der Straße“ von großer Bedeutung. So wirst du u.a. in den Fächern

Strafrecht
Was sind die wichtigen Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch?

Verkehrsrecht
Wie gehe ich mit Zulassungsrecht, Fahrerlaubnisrecht und der Straßenverkehrsordnung um?

Eingriffsrecht
Unter welchen Voraussetzungen dürfen die Rechte Anderer eingeschränkt werden?

Psychologie
Wie gehe ich mit Grenzerfahrungen um?

Kriminalistik
Wie lassen sich Straftaten aufklären?

Kriminaltechnik
Wie sichere ich Spuren?

...in ca 40 Wochenstunden studieren.
Wenn Du die Prüfungen im Laufe des Studiums bestanden hast, verleiht dir die Fachhochschule den akademischen Grad „Bachelor of Arts“.

„Achtung: Es entstehen für dich keine Studiengebühren!“

INSIDER-TIPP

Gesetze und Ermächtigungen - hören sich trocken an, sind später auf der Straße aber unser Handwerkszeug. Deswegen ist die Theorie ein sehr wichtiger Baustein für den Polizeiberuf. Mir haben Lerngemeinschaften immer viel geholfen. So kann sogar das Vorbereiten auf Prüfungen Spaß machen.

In den drei Ausbildungsstandorten Selm-Bork, Schloss Holte-Stukenbrock oder Brühl trainierst du in Form von diversen Rollenspielen polizeiliche Einsätze. Im Kursverband wirst du nach theoretischen Einweisungen mit „gespielten“ Einsätzen konfrontiert, die du mit deinem Streifenpartner lösen musst. Nach dem Rollenspiel bekommst du durch deine Ausbilderinnen und Ausbilder eine Rückmeldung und der Einsatz wird nachbesprochen. Durch wiederholende Rollenspiele kannst du dein Einschreiten und Handeln trainieren und verbessern. So wirst du zu einer Schlägerei entsandt, die du aufnehmen musst, fährst zu einem Wohnungseinbruch, bei dem du eine Spurensuche und -sicherung durchführst, oder du wirst zu einem Verkehrsunfall mit Verletzten gerufen. Neben den Rollenspielen lernst du die polizeiliche Basisarbeit in den Bereichen

  • Streifenwagen fahren (Fahrsicherheitstraining mit Sonder- und Wegerechtsfahrten)
  • Schießen (Technik und Handhabung der Dienstwaffen)
  • Eingriffstechniken (Festnahmetechniken)
  • Funken (interne Kommunikation und Funkregeln)
    u. v. m. kennen.

INSIDER-TIPP

„Speziell das Training fand ich super. Wir konnten in kleinen Kursverbänden nachgestellte Einsätze lösen, sodass ich für das Praktikum schon mehr als theoretisches Wissen hatte. Außerdem konnten wir häufig Sport machen. Der Trainingsabschnitt hat uns Studierende ziemlich zusammengeschweißt.“

Jetzt wird es das erste Mal richtig ernst. Du wirst ein Praktikum in einer Polizeiwache verbringen und richtige Polizeiarbeit erleben. Als „dritter Mann“ bzw. „dritte Frau“ fährst du mit deiner Tutorin oder deinem Tutor Streife und wirst mit echten Einsätzen auf der Straße konfrontiert. Außerdem wirst du einen Teil deines Praktikums in den Kriminalkommissariaten versehen. Hier werden dir weitere fachpraktische Fähigkeiten im Bereich der Kriminalpolizei vermittelt.
Keine Sorge! Deine Tutorin bzw. dein Tutor wird sich in der Zeit um dich kümmern, hilft dir in schwierigen Situationen und ist jederzeit deine Ansprechpartnerin oder dein Ansprechpartner. Die Einstellungs- und Ausbildungsbehörde entscheidet, in welchen Kreispolizeibehörden du dein Praktikum machen kannst. In der Regel wirst du in einer heimatnahen Behörde dein Praktikum absolvieren können.